Donnerstag der dritten Fastenwoche

- 11.03.2010  - 

Wenn jemand vergisst sich zu bedanken, kann das kränken. Oft vergessen wir empfangene Wohltaten eher als erlittenes Übel. "Dankbarkeit ist eine innere Haltung", schreibt Erzbischof Robert Zollitsch.

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Dankbarkeit meint mehr als ein flüchtiges «Danke sagen». Dankbarkeit ist eine innere Haltung. Wer die wohltuende Erfahrung macht, von Herzen beschenkt worden zu sein, der verlangt geradezu danach, dieses Wohlwollen dem Schenkenden zurückzugeben. Danken hat viel mit Denken zu tun, und zwar mit Daran-denken. Dankbarkeit wirkt dem Vergessen entgegen. Wohl alle kennen wir Situationen, in denen wir ein vergessenes «Danke» eines anderen als kränkende Undankbarkeit erlebt haben. Doch auch wir selbst vergessen empfangene Wohltaten eher als erlittene Übel.


Als Glaubende sind wir von Gott reich beschenkt, haben Grund genug, ihm dafür zu danken. Christ sein heißt, von Gott berufen und daher von Grund auf dankbar zu sein. Wer dankbar ist, öffnet sein Herz und ist froh über das, was ihm geschenkt worden ist. Er freut sich über die Zuneigung des Schenkenden, die im Geschenk zum Ausdruck kommt. Dankbarkeit und Freude sind aufs innigste miteinander verbunden.



Robert Zollitsch: "Weit mehr als wir für möglich halten. Ein Begleiter für die Fasten- und Osterzeit", Verlag Herder.